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Die Börse, so wie wir sie heute kennen, hatte ihre Wurzeln schon im Kolonialismus. Seit von den portugiesischen Expeditionen 1441 die ersten Sklaven, Holz, Zucker, Wein, Harz, Wachs und Honig mitgebracht wurden, begann die Kolonialisierung ein gutes Geschäft zu werden. Doch jedes Geschäft braucht Kapital. Zu diesem Zweck begann bereits im 12. Jahrhundert in Italien ein börsenähnliches Treiben.
Der Bergriff Börse tauchte urkundlich zum ersten Mal 1460 in Antwerpen auf und bezeichnete eine Mitgliederversammlung zum Zweck von Geldgeschäften. Auch in Flandern gab es eine Art Gasthof für Kaufleute die zu ihren Messen fuhren, der von einer Familie namens van de Beurse betrieben und geführt wurde. Hier tauschte man Informationen über neue Waren und Geschäfte oder die Vertrauenswürdigkeit von Händlern aus. Wenn man neue Geschäfte in Gang bringen wollte, ging man zu den „Beuren“. Dieser Begriff bürgerte sich so sehr ein, dass die Kaufleute ihre regelmäßigen Treffen fortan Börse nannten. Im Jahre 1531 wurde in Antwerpen das erste Börsengebäude errichtet, das für Geschäftsleute aller Länder offen stand. Bald gab es nun Kurslisten und Spekulationen für die unterschiedlichsten Produkte und Geldgeschäfte. Handels- und Finanzkrisen wechselten mit Aufschwüngen und Gewinnen. Nervosität und Panik waren ständige Begleiter dieses Marktes.
Nach diesem Vorbild wurden Jahre später auch in London, Sevilla und Amsterdam Börsengebäude errichtet. In Deutschland entstanden die ersten Börsenhäuser 1550 in Augsburg und Nürnberg. Später folgten Hamburg und Köln. Das war auch das Gründungsjahr der ersten Aktiengesellschaften.
Die wohl verrückteste Spekulationsgeschichte seit Beginn der Börse ist mit Sicherheit der so genannte „Tulpenwahn“ von 1635 in Holland. Plötzlich waren Tulpenzwiebeln keine Tauschobjekte mehr, sondern man verkaufte Blumen, deren Zwiebeln noch in der Erde steckten. Bei diesem gezüchteten Warentermingeschäft explodierten die Preise für Schuldscheine von Tulpen wegen der steigenden Nachfrage und der Schwindelgeschäfte ins schier unermessliche. Es kam dabei zu enormen Verlusten und Verschuldungen, so dass am Ende eine Tulpenzwiebel einen Wert von etwa 5200 Gulden hatte.
Erst lange Zeit nach diesem Ereignis begann man, Anlegerinformationen in Form von Ratgebern oder Börsenleitfäden herauszugeben.
Bis zum heutigen Tage ist das Börsengeschäft geprägt von Hochs und Tiefs, von Spekulationswut, Panik, Krisen und Rekordgewinnen. Daran wird sich wohl auch in der Zukunft nichts ändern.